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Geschichte des „Alten Spritzenhauses“ in Wieren
Eingerahmt von der Aue, der Dorfstraße und dem
Nachtigallenweg, unmittelbar an der so genannten „Bauernbrücke liegt
hinter großen Kastanienbäumen versteckt das „Alte Spitzenhaus“ von
Wieren. Wenn das Gebäude sicherlich nicht zu den besonders historisch
wichtigen Gebäuden gehört, so zeigt dennoch ein Blick in die Geschichte,
wie sich das Leben in Wieren in einem Jahrhundert verändert hat.
Ein kleiner geschichtlicher Rückblick:
Chronik Wieren Band I, (von Kantor Krüger):
“In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden
die Feuers angeschafft, so auch in Wieren. Sie erhielt zur
Aufbewahrung ihren Platz in der hiesigen Leichenhalle auf dem
Friedhofe..... 1917 wurde für das Spritzenhaus im Dorfe neben der
Bauernbrücke für die Feuerwehrgerätschaften gebaut.“
Chronik
Wieren Band II (von Walter Schröder):
„Wahrscheinlich wurde 1925 das erste
´Spritzenhaus´gebaut und nach 1948 erweitert.“
Chronik Wieren Band I, (Jubiläumsbericht von
Brandmeister Paul Gerhardt):
„Im Sumpfgelände bei der alten Bauernbrücke
wurde ein Gerätehaus mit Schlauchturm errichtet. Um Platz zu gewinnen
wurde eine Stütz-mauer in Verbindung des Gerätehauses erstellt. Die Mauerarbeiten wurden von Baumeister Fr. Schulz, die Zimmerarbeiten von
Zimmer-meister Heinrich Kakau ausgeführt. Erwähnt sei hier, dass an der
Südseite der Bauernbrücke eine Trift war, welche um 1900 noch viel
benutzt wurde. Da das Kettenfahrzeug in dem vorhandenen
Schlauch-turm nicht unterzubringen war, wurden den Feuerwehrleuten in
Eigen-arbeit ein neues Gebäude am Schlauchturm errichtet. In zweijähriger
Arbeit (1954) wurde die Ilmenau, die längs der Straße verlief,
regu-liert, das Ufer mit Pfählen abgerammt. Das alte Flussbett und das
anliegende Sumpfgelände mit angefahrenem Schutt eingeebnet und eine
Grünanlage erstellt.“
1969 wurde
mit dem Bau des Elbe-Seiten-Kanals begonnen. Zwischen dem Dorf und den
Wieren Bergen entstand diese Binnenschifffahrt-strecke. Im Juni 1976
wurde der Kanal einweiht. Immer mehr Besucher zog es jetzt auch zum
„Sperrtor“ vor den Wierener Bergen. Es wurde dort gegrillt und mit Feuer
gezündelt. Die Gefahr eines Waldbrandes bestand. Man entschloss sich in
Wieren einen Grillplatz zu bauen um so den Besuchern ein „gefahrloses“
Grillen zu ermög-lichen. Die Freiwillige Feuerwehr erstellte 1981 in
Eigenleistung einen großen, überdachten Grillstand.
Am
Schlauchturm befindet sich ein schmiedeeiserner „Falcke“. Das ist ein
Gastgeschenk der Dänischen Hilfsorganisation „Falck“, die viele Jahre
freundschaftlichen Kontakte mit der Freiwilligen Feuerwehr Wieren
pflegte.
1986
kaufte die Samtgemeinde Wrestedt, die für die Feuerwehren zuständig ist,
die Garagen der Molkerei an der Hauptstraße bzw. Ernst-Rust-Straße. Mit
viel Eigenleistung wurden die Garagen zum Gerätehaus und Schulungsraum
umgebaut. Am 19.6.1988 konnte das neue Gerätehaus eingeweiht werden. Nur
der Schlauchturm am alten Feuerwehrgerätehaus wurde noch genutzt. Auch
die Trocknung der Schläuche erfolgte aber immer verstärkter bei der
Feuerwehr-technischen Zentrale in Uelzen. Das „Alte Spritzenhaus“ wurde
nicht mehr benötigt. Es gab einige Bewerbungen zum Kauf bzw. Miete des
Gebäudes. Letztlich wurde das Geräthaus dann 1998 von der Samt-gemeinde
bzw. der Gemeinde Wieren als Grundeigentümer an die Angelgemeinschaft
Wieren verpachtet. Die Angelgemeinschaft unterhält das Gebäude, pflegt
die Grünanlagen und den Grill und hat sich einen Clubraum eingerichtet,
ein kleines „Dorfgemeinschaftshaus“. Viele Jahre veranstaltete die
Angelgemeinschaft Wieren im Frühsommer einen Fischmarkt. Eine
Blaskapelle sorgte für Unterhaltung, es gab selbstverständlich einen
Fischstand mit frischem Fisch, aber auch Grillspezialitäten und
Bratwurst, Pellkartoffel mit Quark und Hering, und, und,.... Auch heute
noch werden hier Feste der Angelgemeinschaft gefeiert.
Seit 20
Jahren fand das Dorffest an der Wassermühle in Wieren statt. Der
Besitzerin Magdalene Müller wurde der „Trubel“ –altersbedingt- zu viel.
Dorffestorganisator Mathias Schulze entschied sich gemeinsam mit dem
„Dorffestausschuss“ und der Angelgemeinschaft das Dorfest nun im Bereich
des „Alten Spritzenhauses“ an der Aue durchzuführen. Die idyllische Lage
abseits der Hauptstraße und direkt an der Aue bietet seit dem 21.
Dorffest im Jahr 2001einen romantischen Rahmen.
Zu den Fotos:
Das „Alte Spritzenhaus in
Wieren“, idyllische an der Aue gelegen, ist Mittelpunkt vieler örtlicher
Feste.

1954 befestigte die
Freiwillige Feuerwehr Wieren die Uferböschungen der Aue im Bereich des
„Spritzenhauses“ ab der „Bauernbrücke“.

Das „legendäre“
Kettenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Wieren war 1950 im Einsatz.

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